Die Vereinschronik

Im Jahr 1912 wurde von Stefan Kouba, einem Beamten der Papierfabrik, eine Fußballrunde gegründet, die anfangs regen Anklang fand, und auch schöne Erfolge verzeichnen konnte.
Da das Interesse am Fußballsport nachließ, und sich der Pflege des allgemeinen Turnens zuwandte, wurde die Fußballrunde in eine Turnrunde umgewandelt. Einen ersten Höhepunkte des Vereinslebens bildete das Schauturnen im Herbst 1913 in Enzersdorf, an dem Nachbarvereine teilnahmen.

Ende Juli 1914 brach der erste Weltkrieg aus und legte die Vereinsarbeit lahm. Als auch die beiden letzten Mitglieder Pöls verließen – Franz Strucker musste zur Landsturmdienstleistung einrücken, der Fabriksbeamte Louis Knapp war durch die Stilllegung der Fabrik arbeitslos geworden – beschlossen diese beiden am 21. Juni 1915 die Auflösung der Turnerrunde.

Nach Ende des 1. Weltkrieges entstand die Turnerrunde Pöls erst wieder um das Jahr 1923. Aus ihr ging am 14. Jänner 1925 der Fabrikssportklub Pöls hervor. Die Gründungsversammlung fand in der Werksrestauration statt.

Zu den Gründungsmitgliedern zählten Josef Riedl, Ladislaus Gergely, Johann Gergely und Josef Liebminger. Der Verein, dem eine Sportwiese im Ausmaß von 70×40 m zur Verfügung stand, wies jedoch noch kein sportliches Niveau auf. Das änderte sich erst mit Ende des Jahres 1926, als der Wiener Fußballer Hans Gerber als Angestellter in die Fabrik kam und sein Können und seine Erfahrung einbrachte.

Hans Gerber war 1921 als junger Spieler des Sportclubs Libertas-Wien vom First Vienna Footballclub übernommen worden, und hatte dort bis 1924 gespielt. 1925 verlor Hans Gerber infolge eines Sportunfalls in Polen sein rechtes Bein. Als Hans Gerber nach Pöls kam, übernahm er trotz seiner Invalidität  die Leitung der Sektion Fußball des FSC Pöls, den er in den Folgenden Jahren und Jahrzehnten zu großen Erfolgen führte. Unter seiner Leitung erhielt der Sportklub von der Fabriksdirektion eine neue Sportanlage im Ausmaß von 130×100 mit einem Spielfeld von 100×65 m und einer Sporthütte.

Damals konnte sich der Pölser Fußballklub ohne weiteres mit Fohnsdorf, Judenburg und Knittelfeld messen, und gab einen ebenbürtigen Gegner ab. Gezielte Schulung der Jugend sicherte einen gediegenen Nachwuchs.

Der Ausbruch des zweiten Weltkriegs brachte dem FSC Pöls große Schwierigkeiten und einen sportlichen Niedergang. Die Sportanlagen verfielen, das Spielfeld selbst wurde durch Anlegung von Laufgräben unbenutzbar.